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Aufgrund seiner enormen wirtschaftlichen Bedeutung wird Erdöl auch als „Schwarzes Gold“ bezeichnet,

Gin womöglich als flüssiges Gold zu betiteln ist mit Sicherheit ein Gedankengang, der nicht völlig abwegig erscheint und zu erörtern gilt. Hat man früher einen Gin & Tonic bestellt, wurde der Barkeeper keines Blickes gewürdigt, welchen Gin und welches Tonic Water er nutzt. Heutzutage sezieren die „selbsternannten“ Gin-Experten den Barkeeper scharfen Blickes, was er denn für den georderten Gin & Tonic nutzt oder es wird selbstbewusst die nach Meinung des Gastes beste Gin & Tonic Kreation direkt bestellt. Der Preis spielt da durchaus in der Regel eine untergeordnete Rolle, „Qualität“ darf ruhig kosten. Lag der Preis für einen „normalen“ Gin & Tonic - abgesehen von gut sortierten Bars oder ohnehin teuren Orten - meist um die 10 Euro, sind heutzutage Preise jenseits der 13 Euro keine Seltenheit mehr. Was ist passiert? Handwerklich hergestellte und klug in Szene gesetzte Gin-Sorten mit einem Premium Image sind seit Jahren keine Seltenheit mehr und dürfen oder sollen sogar mehr kosten als handelsübliche Industrieware. Aber garantieren hohe Preise auch Qualität? Preis und Qualität korrelieren mit Sicherheit nicht immer! Der Wareeinsatz liegt bei einem im mittleren Preissegment befindlichen Gin für einen Gin & Tonic bei ungefähr 1,25 – 1,50 Euro. Bei einem hochpreisigen Gin, wir reden von 500ml für 30 Euro Einkaufspreis und einem ebenso kostenintensiven Tonic Water liegt man schnell bei 4,00 Euro. Desto höher der Wareneinsatz, desto geringer fällt aber der Preisaufschlag aus. Hält man manchmal 1000% Kalkulationszuschlag in den Händen bei Standard Gin & Tonics ist dies im hochpreisigen Sektor doch eher um die 450 %. Als Standardregel bei einem Gin & Tonic gilt: Je mehr Premium die Produkte, desto geringer der Aufschlag und damit more value for money!  Aber woher kommen die hohen Preise für Gin? Der Gin-Boom nahm nach 2010 gerade richtig Fahrt auf und mit ihm die hohen Preise. Damals sagte ein deutscher Gin-Hersteller einen bedeutenden Satz: „Ich weiß, dass unser Gin viel zu teuer ist. Wir hatten noch nie ein Produkt mit einer solch hohen Marge. Das steht überhaupt nicht mehr in Relation zur Herstellung. Aber es funktioniert. Die Kunden reißen uns das Produkt aus den Händen.“ Dieser Satz verdeutlicht so wahnsinnig viel! Viele lechzen nach Lifestyle-Destillaten in schmucker Verpackung. Das darf dann auch nicht billig sein und ein Unternehmer bzw. Hersteller begegnet einer solchen Einstellung mit Kusshand. Viel Geld für Gin ausgeben, kein Problem, „weil man es kann“! Hinsichtlich der Qualität gibt es aber keinen Grund, der 500ml Gin für 30 Euro oder mehr rechtfertigt. Abschließend soll noch darauf hingewiesen werden, dass das Ausgangsprodukt Neutralalkohol (geschmacks- und geruchsneutral) landwirtschaftlichen Ursprungs ist, der ca. 1,00 € pro Liter im Einkauf zu Buche schlägt. Und um noch einen draufzusetzen: Gin wird im Gegensatz zu anderen Spirituosen nicht langjährig in Holzfässern gelagert, sondern ruht in der Regel zwischen 3 bis 6 Monaten unter Sauerstoffaustausch in Stahltanks oder wird nach der Produktion sofort abgefüllt. Fazit: Ein Gin sollte und darf nur teuer sein, wenn er über ein Alleinstellungsmerkmal verfügt, sprich „USP“ – Unique Selling Proposition, wenn er anders ist als die anderen und es einem persönlich wert ist, entsprechend viel Geld auszugeben für etwas Einzigartiges und Besonderes!


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